Donnerstag, 24. Dezember 2009

Zitate und Merkwürdigkeiten 12

1101) Schon als Junge ärgerte der Possenreißer Till Eulenspiegel die Bewohner seines Dorfes. Später wurde es nur noch ärger. Er wurde Bäcker, Schuster, Turmbläser, Wahrsager und Schneider, obwohl er von keinem dieser Berufe etwas verstand.

Lübecker Nachrichten vom 17.7.1998 (inhaltsgetreue Zusammenfassung)

Anmerkung: Offenkundig dient Till Eulenspiegel einem Großteil der bundesrepublikanischen Politiker als Vorbild.

1102) "Als Schirmfrau für Lesben- und Schwulenveranstaltungen mag Frau Simonis ihre Sache gut machen. Die Nichtteilnahme am Festakt (zum 100. Todestag von Otto von Bismarck) zeigt jedoch, daß sie Schleswig-Holstein in unwürdiger Weise vertritt."

Peter Kurt Würzbach damals CDU-Landesvorsitzender (LN vom 18.7.1998)

Anmerkung: Bereits an anderer Stelle dieser Homepage wurde vermeldet, daß angeblich eine enge Beziehung zwischen Frau Simonis und der Tochter ihres langjährigen Staatskanzleichefs Gärtner (FDP) bestehen soll.

1103) Herbert Marcuse, Vordenker der 68er-Bewegung, hatte die Arbeiterklasse als revolutionäre Kraft aufgegeben, weil sie sich längst mit dem Spätkapitalismus arangiert habe und vom System profitiere. In seinem Hauptwerk "Der eindimensionale Mensch" beschreibt er die kapitalistische Gesellschaft als tendenziell totalitär.

Lübecker Nachrichten vom 17.7.1998 (inhaltsgetreue Zusammenfassung)

1104) "In der DDR gab es nicht nur 600.000 Stasi-Spitzel, sondern auch Zehntausende aufrechter Bürger, die sich geweigert haben, andere zu denunzieren - stille Helden, über die kaum einer spricht."

DER SPIEGEL 15 / 1998 / 57

1105) "Drei Tage vor Beginn der Verkehrssicherheitswoche in Aurich wurde deren Schirmherr, der ehemalige Finanzminister von Niedersachsen, mit 2,25 Promille am Steuer erwischt. Der 58jährige Sozialdemokrat Swieter, seit 20 Jahren Landrat im ostfriesischen Aurich, sollte ... die Woche eröffnen."

Lübecker Nachrichten vom 27.5.1998

1106) "Und Schuld hat der Jud, weil er uns schuldig macht, denn er ist da. Wär er geblieben, wo er herkam, oder hätten sie ihn vergast, ich könnte heute besser schlafen. Sie haben vergessen, ihn zu vergasen. Das ist kein Witz, so denkt es in mir."

Hans von Gluck - Edel-Antisemit in Werner Fassbinders Stück "Der Müll, die Stadt und der Tod"

Anmerkung des SPIEGEL (37 / 1998 / 244) : "Diese Sätze sollen als Beweis für Fassbinders Antisemitismus dienen, jedoch: Kein Antisemit reflektiert seine Ressentiments, grübelt, wie 'es' in ihm denkt. Aber schon bei dem ersten Versuch, das Stück aufzuführen, im Oktober 1985 in Frankfurt, kam es auf solche Feinheiten nicht an. Dafür war die Rede vom 'Ende der Schonzeit' für die Juden, der Freiheit der Kunst und der 'Normalität' im Verhältnis zwischen Deutschen und Juden.

1107) "Für das Berliner Landesamt für Verfassungsschutz spionieren mindestens drei ehemalige Stasi-Offiziere."

DER SPIEGEL 37 / 1998 / 110

1108) "Daß Autor Hansjoachim Tiedge einen Hang zur Verletzung von Dienstgeheimnissen hat, ist seit 13 Jahren aktenkundig. 1985 hatte er sich in die DDR abgesetzt, weil er sich in einer 'ausweglosen persönlichen Situation' wähnte. Seine Ex-Kollegen erinnern sich noch gut an den zerzausten Dicken, der für zwei aß, für drei soff und für vier in den Miesen war. Der Senator der Karnevalsgesellschaft 'Die Große von 1823' hatte auch schon mal benebelt im Hotelzimmer Top-secret-Akten liegenlassen."

DER SPIEGEL 37 / 1998 / 86

Anmerkung: Das mit dem Aktenverlust kann schon mal passieren. Dem nicht mehr unter uns weilenden Lübecker Staatsanwalt Kortstock geschah ähnliches Mißgeschick, als er sich im Brausebrand einer Ermittlungsakte durch wahllosen Wurf in einen Vorgarten entledigte. Auch er hatte einen Schutzengel, der den brisanten Fund ungelesen zur nächsten Polizeiwache Ecke Hohelandstraße / Wasserkunst brachte. So konnte die Angelegenheit nach typischer Fischkopp-Art diskret behandelt werden.

1109) "Allen medizinischen Errungenschaften zum Trotz sterben Männer noch immer früher als Frauen. Hormonschwund, Streß und Vereinsamung haben die Ärzte als Ursachen ausgemacht."

1110) "Der Macho ist noch immer in, bei beiden Geschlechtern. ...die Frauen bekämpfen das traditionelle Männerbild mit einer deutlichen Doppelmoral: Sie fordern den einfühlsamen Softi und sehnen heimlich den harten Typ herbei."

DER SPIEGEL 37 / 1998 / 256 ff (1109 + 1110)

1111) "Wir sind euer böses Gewissen."

Kernsatz aus einem Flugblatt der Geschwister Hans und Sophie Scholl

1112) "Der amerikanische Traum ... ist durch die Lewinsky-Affäre wieder quickie-lebendig. Mußte man in den USA früher ziemlich lange Teller waschen, bis die erste Million beisammen war, winken selbst bei kurzen Blowjobs heute schon mal Entlohnungen bis zu vier Millionen Dollar, allein für die Buchrechte und 'Penthouse'-Fotos. Nur Böswillige können behaupten, Clinton habe bloß Mäc-Jobs geschaffen."

Wolfgang Röhl STERN 41 / 1998

1113) "Von ihrem angeblichen Ziel, Schaltstellen der Gesellschaft zu besetzen, sind die Scientologen ziemlich weit entfernt. Zu dieser Einschätzung kommen Verfassungsschützer aus Bund und Ländern in einem Bericht, der im Herbst der Innenministerkonferenz vorgelegt werden soll."

DER SPIEGEL 39 / 1998 / 17

Anmerkung: Etwas anderes habe ich auch nicht vorhergesehen. Es war nicht zu erwarten, daß sich die Rotarier, Lions, Kiwanis-Krieger, Sayanims, Freimaurer und anderen Logenbrüder - die im übrigen schon längst ihre Krakenarme insbesondere in den Verfassungsschutz gelegt haben - sich kampflos die Butter vom Brot nehmen lassen.

1114) "Seit 50 Jahren versuchen ganze Heerscharen von Historikern herauszufinden, wie es zum Holocaust kam. Auf die Spuren der damals diensbaren Geister in der eigenen Zunft sind sie mit großer Verspätung gestoßen - aus naheliegenden Gründen. Wer nach dem Zweiten Weltkrieg als Nachwuchshistoriker in der Vergangenheit der Lehrstuhlinhaber wühlte, gefährdete sein Fortkommen."

1115) "Die Wissenschaftler hielten Osteuropa für unregierbar, solange es dort Juden gab."

DER SPIEGEL 39 / 1998 / 102 + 103 (1114 + 1115)

1116) "Ob als breitbeinig hingefläzte Bordellköchin, die in 'Sex TV' aufs ordinärste über 'Hühnerfickassee', 'Lümmeltütensuppe' und 'Königsberger Möpse' schwadroniert, ... oder als exzentrische Wetterfee - 'Aufpassen in Bottrop! Wetter wird scheiße!' - Anke Engelke ist ein scharfer Feger."

DER SPIEGEL 39 / 1998 / 164

1117) "Erwachsen werden heißt, seine Träume zu begraben."

Nick Hornby in DER SPIEGEL 39 / 1998 / 233

1118) "George Wallace ... war nicht nur ... der kleine Mann aus den Südstaaten, der sich in der Eingangstür der Universität von Alabama aufbaute, um persönlich schwarzen Studenten den Zugang zu versperren. ... Doch nachhaltigen Eindruck bei den Menschen machte erst der seit 1972 nach einem Attentat an den Rollstuhl Gefesselte, den sein schwarzer Helfer von einer schwarzen Kirchengemeinde zur anderen rollte, wo er um Verzeihung für seine Vergangenheit bat, weil er sonst nicht seinem Schöpfer begegnen könne."

DER SPIEGEL 39 / 1998 / 282

Anmerkung: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nah!

1119) "Die Bundesrepublik ist noch nicht reif für eine Bundeskanzlerin."

Heide Simonis (DER SPIEGEL 39 / 1998 / 285)

1120) "Faust, dem Mann mit den zwei Seelen in der Brust, galt seine besondere wissenschaftliche Aufmerksamkeit. In Sachen Doppelleben war er Spezialist - der Germanist Professor Hans Schwerte. Zweimal heiratete er die selbe Frau, zweimal promovierte er in Germanistik, zweimal zeichnete der Staat ihn aus. Zwischendurch wechselte er den Namen, um seine Vergangenheit zu verwischen. Als Obersturmführer der SS bekam Dr. Hans Ernst Schneider, 1941, das Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse. Als Aachener Hochschulrektor ... das Bundesverdienstkreuz Erster Klasse. Seit drei Jahren ist Schwerte alias Schneider als Handlanger des Bösen enttarnt."

DER SPIEGEL 38 / 1998 / 84

1121) Von persönlichen Konsequenzen für den Berliner Innensenator Jörg Schönbohm, Staatssekretär Kuno Böse und Verfassungsschutzchef Eduard Vermander wegen der Beschäftigung eines kriminellen Stasi-Spitzels war keine Rede mehr. "Dafür soll es den Landes-Geheimdienst um so härter erwischen: Eine ganze Hierarchie-Ebene soll aufgelöst werden, alle Abteilungsleiter sollen ihren Posten verlieren."

DER SPIEGEL 38 / 1998 / 104

Anmerkung: Wieder einmal bewahrheitet sich die Volksweisheit, wonach man die Kleinen hängt und die Großen laufen läßt.

1122) Die meisten Menschen sind mir sympatisch. Ausgenommen sind natürlich die Schweine und Verräter, denen ich in den letzten 25 Jahren die Freundschaft aufkündigen mußte und viele Typen, die ich nur aus der Glotze kenne. Im oberen Bereich dieser "negativen Hitparade" siedeln u.a. Michel Friedman und Helmuth Karasek, der dem "Eichmann von Kattowitz" im "Literarischen Quartett" immer irgendwo hingekrochen ist, wo es dunkel ist und schlecht riecht. Wenn ich Michael Fischers "Skorpion" richtig als Schlüsselroman gedeutet habe, müsste Karasek beim SPIEGEL gegangen worden sein, weil er sich seine Lobeshymnen unter fremden Namen in Leserbriefen selbst verfaßt haben soll. Dann hat Karasek selbst einen Schlüsselroman verzapft, den er bedeutungsschwanger "Das Magazin" betitelte. Dazu schrieb Peter Brügge (DER SPIEGEL 38 / 1998 / 214 ff) u.a.: "Er (Doppler) hat eine übertriebene Ähnlichkeit mit dem ausgeschiedenen Redakteur Karasek. Was ihn bewegt, ist ein Gemenge aus Existenzangst, Opportunismus, Triebdruck und Stammtischhumor, wie es dem Kollegen beim SPIEGEL kaum einer zugetraut hätte." .... "Doppler, ein Schwitzbold? ... für den es keine nennenswerten Leitvorstellungen gebe außer Servilität, Sex, Saufen und Skat." ... "Bei der Arbeit wird er immerfort irritiert von einer hitzigen Anfälligkeit für kleinste Signale seiner Libido." ... "Er darf uns weismachen, er, ausgerechnet einer aus der Proszeniumsloge des Kulturressorts, sei als Wahrheitssuchender in der Barschel-Affäre immer ganz vorn am Ball gewesen."

Detlef Winter

1123) "Die Onanie ist eine Wissenschaft und die Weiber sollen sich ihr primäres Geschlechtsmerkmal in sauer kochen."

Ein Bad Schwartauer Anwaltsnotar, der sicherlich nicht namentlich genannt werden möchte

1124) "In einem Artikel für die 'Süddeutsche Zeitung' behauptet (Horst) Mahler, ... in der Bundesrepublik gebe es derzeit 'mehr politische Gefangene als in der DDR im Jahr vor ihrem Zusammenbruch'. Dabei handele es sich um 'Überzeugungstäter', die wegen Volksverhetzung, Leugnung des Holocaust und Fortführung verbotener Organisationen verurteilt wurden. Solche 'jungen Leute', ... seien 'als Neonazis aus dem politischen Spektrum ausgegrenzt' worden und würden damit 'zu Märtyrern der nationalen Wiedergeburt Deutschlands'."

DER SPIEGEL 41 / 1998 / 18

Anmerkung: An dem, was Mahler sagt, ist etwas dran. Wer dies Thema vertiefen möchte, sollte dringend "Unterdrückung und Verfolgung Deutscher Patrioten - Gesinnungsdiktatur in Deutschland?", herausgegeben von Rolf-Josef Eibicht, lesen.

1125) "Die Meinung der amerikanischen Rechtsanwaltskammer, wonach die Frage, 'wer stirbt und wer lebt', dadurch entschieden wird, 'welchen Anwalt der Angeklagte bekommt', macht den fundamentalen praktischen Unterschied im Rechtssystem diesseits und jenseits des Atlantiks deutlich."

Gert Overhoff im SPIEGEL-Leserbrief 29 / 1998 / 12

1126) "Im tiefsten Grunde, so der Chronist der Frankfurter Spontis (Christian Schmidt: "Wir sind die Wahnsinnigen - Joschka Fischer und seine Frankfurter Gang"), waren Fischer, Cohn-Bendit und die anderen sowieso nie richtige Revolutionäre, sondern allenfalls Revolutionsdarsteller: Eitel, geistig beschränkt, opportunistisch und karrieregeil waren sie allein auf ihren persönlichen Vorteil bedacht."

1127) "Aufklärer Schmidt würde ihn (Daniel Cohn-Bendit) heute wohl am liebsten in eine Basisgruppe mit Jutta Ditfurth sperren, wo er ein antiimperialistisches Radwegenetz auf Kuba zu planen hätte - mal was Vernünftiges."

DER SPIEGEL 29 / 1998 / 33 + 34 (1126 + 1127)

1128) Der 1998 im Alter von 91 Jahren verstorbene Karl Schirdewan war das seltene Beispiel eines lernfähigen Kommunisten in der DDR-Führung. 1953 setzte er sich als Mitglied des Politbüros bei Chruschtschow für ein wiedervereinigtes Deutschland ein. Fünf Jahre später wurde er von Ulbricht seiner Ämter enthoben. Die PDS hat ihn 1989 rehabilitiert. Der Altgenosse warnte wiederholt vor dem "Linksradikalismus" und der Doktrin der "Diktatur des Proletariats". Das Versagen der SED vor der Geschichte sei "nicht zu überbieten" gewesen.

DER SPIEGEL 30 / 1998 / 170 (inhaltsgetreue Zusammenfassung)

1129) "Die Deutschen genießen nicht, sie plagen sich."

Ein französisches Schulbuch (DER SPIEGEL 35 / 1998 / 3)

1130) Drei geschlagene Stunden ging der geschäftsführende Landesvorstand am vergangenen Dienstag noch einmal in Klausur, um anschließend in vier mageren Sätzen zu verkünden, daß Anstiftung zum Mord "mit dem Fortbestand einer Mitgliedschaft in der CDU nicht vereinbar ist."

DER SPIEGEL 35 / 1998 / 72

1131) "Die Aussage des Agenten (atomare Kofferbomben sollten in die USA geschmuggelt und dort versteckt werden) wird gestützt durch den russischen Gouverneur von Krasnojarsk, Alexander Lebed, der 1997 erklärt hatte, den russischen Atomstreitkräften seien mehr als hundert solcher Mini-Atombomben abhanden gekommen."

DER SPIEGEL 35 / 1998 / 115

1132) "Bei der Uraufführung des Musicals 'Hanf im Glück' sollen Nina Hagen und Manfred Krug singen. (Rainer) Langhans und andere Hedonisten wollen sanft aber hörbar gegen die meist verquälte Erinnerungsarbeit des politisch-akademischen Flügels der Studentenbewegung von 1968 rebellieren."

DER SPIEGEL 35 / 1998 / 167

1133) "Der Weg von Bismarck zu Hitler, von der Reichsgründung zum Holocaust verlief alles andere als geradlinig."

Heinrich August Winkler in "Lesarten der Sühne" (DER SPIEGEL 35/98/181)

1134) "Der Mystiker liebt Gott; der Wüstling liebt sich und die Welt."

Julien Green im nachgelassenen SPIEGEL-Interview (35 / 1998 / 189)

1135) "Daß der Auftritt (mit seiner Tochter Jenny) gut ankam, lag gewiß auch an (Otto) Schilys naturgegebenen Bühnenwirkung. Bereits als 15jähriger hatte der Gymnasiast im Weihnachtsmärchen den König Herodes so überzeugend dargestellt, 'daß die Kinder schreiend aus dem Theater rannten'."

DER SPIEGEL 35 / 1998 / 196

1136) "Peter Kurt Würzbach vertraut auf alte Weggefährten Barschels" (LN). "Die CDU macht unter Würzbach eine Rolle nach rechts rückwärts. Die alte Gutsherrenmentalität faßt wieder Fuß" (SPD-Landesgeschäftsführer Christian Kröning). "Volker Pollehn übernahm den Vorsitz des Landesarbeitskreises Innen und Recht" (LN) "An die Unschuld Barschels und an dessen Ermordung glaubt auch Werner Kalinka. Der erzkonservative CDU-Mann saß bis 1983 für die Union im Landtag" (LN). Anke Eymer ist eine geborene Kalinka. "Wieder dabei ist auch Carl Hermann Schleifer, in der Barschel-Ära als Finanz-Staatssekretär hinter den Kulissen einer der einflußreichsten Christdemokraten" (LN). Schleifer ist Mitglied im Lions-Club. Barschel soll nach Angaben des ehemaligen Springer-Chefreporters Joachim Siegerist Freimaurer gewesen sein. "Eingebunden hat der Landesvorsitzende auch den früheren Kultusminister Peter Bendixen" (LN). "Das sind tüchtige Leute, die sich zeitweise etwas aus der Politik zurückgenommen hatten" (Meinhard Füllner / CDU-Fraktionsgeschäftsführer).

Lübecker Nachrichten vom 16.7.1998 (hinsichtlich "LN")

1137) "Unsere Gesellschaft steht dicht vor einer Rückkehr zum sozialistischen Verständnis von Freiheit."

Elisabeth Noelle-Neumann in STERN 32 / 1998 /99

1138) "Soylent Green ist Menschenfleisch!"

Charlton Heston in dem Film "Jahr 2022... Die überleben wollen", als er als Polizist Thorn das Geheimnis der grünen Oblaten lüftet, die die Menschheit der Zukunft ernähren

1139) "72 Prozent der Deutschen, ermittelte das Forsa-Institut, haben keine gute Meinung über die Justiz."

DER SPIEGEL 33 / 1998 / 40

1140) "Das Dienstleistungsunternehmen Justiz steht unter Konkursverdacht."

Stefan Pelny - ehemaliger schleswig-holsteinischer Justiz-Staatssekretär

1141) Nach einem Urteil der 26. Kammer des Berliner Verwaltungsgerichts dürfen die 'Republikaner' nicht mehr vom Verfassungsschutz beobachtet werden. Ihre Aufnahme in den Verfassungsschutzbericht 1997 war rechtswidrig. Es gibt keine greifbaren Anhaltspunkte dafür, daß die 'Republikaner' das Ziel verfolgen, Grundwerte der Verfassung abzuschaffen.

Az.: VG A 62397

1142) "Mein Vorwurf ist, daß auf diesem Übungsplatz Bosnien Szenarien eingeprobt werden, die später bei ganz anderen Einsätzen ... durchgeführt werden sollen."

Angelika Beer - GRÜNE sicherheitspolitische Sprecherin (STERN 30/98/29)

1143) Kinder großziehen ist teuer. Eltern von zwei Kindern müssen mit Einkommensverlusten und Kosten bis zu 850.000 DM rechnen.

Heinz Galler - Professor für Ökonometrie (LN vom 23.7.1998)

1144) "Am Beispiel des Fliegenpilzes wird deutlich, daß wir seit der Aufklärung womöglich mehr Wissen verloren als gewonnen haben."

Michael Fehr - Museumsdirektor in Hagen (LN vom 19.11.1991)

1145) "Jedes Würstchen ein Tarzan", spottet Alice Schwarzer in 'BILD' (es geht um 'Viagra') und sieht Heerscharen von "dumpfen Rein-raus-Rammlern" das ewig gequälte Weib malträtieren."

STERN 24 / 1998 / 254

Anmerkung: Vielen sonst nicht unter Potenzproblemen leidenden Männern mag bei Alice auch eine ganze Packung Viagra nicht zur Erektion verhelfen.

1146) "Der Schwanz ist das ehrlichste Organ des Mannes, entweder er steht, oder er steht nicht, da kannst du nicht mogeln."

Gay Talese - amerikanischer Schriftsteller (STERN 24 / 1998 / 254)

1147) Gut 84 Millionen DM hat Schleswig-Holstein seit 1994 durch eine verfassungswidrige Abfallabgabe kassiert. Jetzt muß alles zurückgezahlt werden. In Dänemark gilt so etwas als "Bettnässer-Politik" bemerkte Anke Spoorendonk vom SSW spitz: "Erst gibt es ein herrliches Gefühl von Wärme, dann wird es bitter kalt."

Lübecker Nachrichten vom 14.5.1998

1148) Spitzenreiter in der Mord-Statistik ist die US-Hauptstadt Washington mit 69,3 Fällen auf 100.000 Einwohner. In Europa führt Moskau mit 18,1. Berlin liegt mit 3,8 im unteren europäischen Viertel.

Lübecker Nachrichten vom 20.8.1998 (inhaltsgetreue Zusammenfassung)

1149) Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Wolfgang Schaupensteiner, Leiter der bundesweit ersten Anti-Korruptionsabteilung, hält den Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Bekämpfung der internationalen Korruption für "völlig unzureichend".

DER SPIEGEL 22 / 1998 / 18

1150) "Noch ein oder zwei solcher Vorgänge, und man kann den BND einmotten."

Willfried Penner - Vorsitzender des Bundestags-Innenausschusses und Mitglied der Parlamentarischen Kontrollkommission für die Geheimdienste nach der Affäre Geiger / Foertsch / Rübezahl (DER SPIEGEL 21 / 1998 / 35)

1151) "Am Gründonnerstag, dem 11. April 1968, eine Woche nach der Ermordung von Martin Luther King in den USA, wurde Rudi Dutschke in West-Berlin auf offener Straße von einem durch die Springer-Presse aufgehetzten Hitler-Verehrer namens Josef Bachmann niedergeschossen."

DER SPIEGEL 35 / 1996 / 111

1152) "Wir werden einem Augstein nicht gestatten, sich mit fünf lumpigen Tausendern von unserer Bewegung loszukaufen." Stiekum ging er (Rudi Dutschke) den SPIEGEL-Herausgeber um zehntausend Mark an, weil der Berliner Anwalt Horst Mahler die Genossen vom Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) nicht mehr umsonst verteidigen könne. Gretchen Dutschke: "Augstein gab Geld, auch später immer wieder."

DER SPIEGEL 34 / 1996 / 3

Anmerkung: Die beiden Rudis waren schon schwer in Ordnung!

1153) "Über zweihunderttausend Menschen demonstrierten in Brüssel gegen Kindesmißbrauch und für eine Justizreform in Belgien. Ministerpräsident Jean-Luc Dehaene versprach, die politische Einflußnahme auf die Justiz zu verringern. Richterämter sollen künftig nicht mehr nach Parteibuch vergeben werden. Auch für die Beförderung soll dies keine Rolle mehr spielen."

Lübecker Nachrichten vom 22.10.1996

1154) "Die Vollversammlung der Vereinten Nationen lehnte es am 9.12.1948 ab, die Grundsätze des Nürnberger Militärgerichtshofes als verbindliches Völkerrecht anzusehen."

DER NEUE BROCKHAUS 1960 - Stichwort "Kriegsverbrechen"

1155) "Wir möchten klarstellen, daß wir nicht beabsichtigen, das ganze deutsche Volk zu beschuldigen."

Der amerikanische Chef-Ankäger im Nürnberger Kriegsverbrecherprozeß am 21.11.1945

1156) "Der ehemalige südafrikanische Polizeioffizier Eugene de Kock hat den Agenten Craig Williamson bezichtigt, der Drahtzieher für den Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme gewesen zu sein."

Lübecker Nachrichten vom 1.10.1996

1157) Der ehemalige CIA-Direktor Dr. Oswald Le Winter hat in Portugal um politisches Asyl nachgesucht und vor dem portugiesischen Parlament unter Eid ausgesagt, die CIA sei für die Emordung Olof Palmes verantwortlich.

Holger Strohm

1158) "Natürlich steckt hinter der Idee (Deutschland zum Einwanderungsland zu erklären) hirnverbrannter Blödsinn: Deutschland ist schon heute der dichtbesiedeltste Staat Europas (außer Monaco)."

Peter Gauweiler in Welt am Sonntag vom 5.7.1998

1159) "Nach Ansicht des Wahlforschers Jürgen Falter gibt es nach wie vor ein 'Potential von fast 19 %', die bereit wären, unter Umständen Rechtsextreme zu wählen. Der Untersuchung zufolge sind 61 % mit dieser Demokratie unzufrieden."

Lübecker Nachrichten vom 11.8.1998

1160) "Kein ernstzunehmender Mensch leugnet Auschwitz; kein zurechnungsfähiger Mensch deutelt an der Grauenhaftigkeit von Auschwitz herum; wenn mir aber jeden Tag in den Medien diese Vergangenheit vorgehalten wird, merke ich, daß sich in mir etwas gegen diese Dauerpräsentation unserer Schande wehrt."

Martin Walser

Anmerkung: Ich bin mir sicher, daß Walser damit etwa 90 % aller Deutschen aus tiefster Seele gesprochen hat. Und nicht nur das. Er hat auch noch recht. Denn für über 95 % der heute lebenden Deutschen gibt es weder Schuld noch Verantwortung hinsichtlich der Naziverbrechen. Und es wird der Tag kommen, an dem die Verdrehungen und Vertuschungen ein Ende haben werden und die Weltgeschichte der letzten 150 Jahre völlig neu geschrieben werden wird, woran uns auch unsere jüdischen Mitbürger nicht hindern werden.

1161) "Walser ist ein Brandstifter", sagte Lea Rosh. Daß ... Ignatz Bubis diesen Vorwurf zurückgenommen habe, sei grundfalsch.

Lübecker Nachrichten vom 31.12.1998

Anmerkung: Ich kann mich nicht dagegen wehren, aber die Frau ist mir genauso unsympathisch wie Michel Friedman.

1162) "Jeder fünfte Deutsche ist nach einer Erhebung des Forsa-Instituts latent antisemitisch eingestellt. Bei den 50- bis 64jährigen steigt die Quote auf 28 % und bei den über 65jährigen auf 38 %. ... Bei den Befragten, die sich selbst als politisch 'rechts' einordnen, liegt der Anteil mit 44 % am höchsten. ... 63 % der Deutschen plädierten ... dafür, nun einen Schlußstrich unter die Aufarbeitung der Judenverfolgung in der NS-Zeit zu ziehen."

Lübecker Nachrichten vom 23.12.1998 (seit dem sind weitere fünf Jahre Behandlung mit der "Schuldkeule" vergangen)

1163) "Die Lübecker Jusos sehen die örtliche SPD derzeit im politischen Bermuda-Dreieck zwischen Technokratismus, Opportunismus und Beliebigkeit versinken."

Kai Burmeister und Björn Böhning (LN vom 31.12.1998)

Anmerkung: Aus diesem Bermuda-Dreieck ist die Lübecker SPD auch in den letzten fünf Jahren nicht herausgekommen. Allerdings ist die CDU auch nicht besser - nur in der Wählergunst.

1164) "Für mich war Fassbinder ein faschistoider Linker", sagte Ignatz Bubis. "Dieses Stück ('Der Müll, die Stadt und der Tod') beweist es auch." ... In dem Stück tritt die Figur eines reichen jüdischen Bauherrn und Häusermaklers auf, der von den anderen Figuren angefeindet und beschimpft wird.

Lübecker Nachrichten vom 2.9.1998

1165) "In Schleswig-Holstein plündern Notare immer dreister Anderkonten ihrer Kunden."

Lübecker Nachrichten vom 7.1.1995 ("Diebische Notare")

1166) "Ich habe eine Erfahrung gemacht: Das Schlimmste an der Freimaurerei ist nicht das Weltanschauliche, sondern dies: sie ist die größte Korruptionsbasis. Eine Handvoll Leute hat den Krieg gemacht ..."

Adolf Hitler - Wolfschanze 6.1.1942

1167) "In der Freimaurerei hat es bei uns doch viele gegeben, die gar nicht wußten, worum es dabei geht. Wir hatten eine Loge, in der nichts eigentlich getrieben wurde als Essen, Trinken, Spielen, Sichvergnügen! Das war schlau eingefädelt! Es genügte, daß die Leute in Atem gehalten, von der Betrachtung der Wirklichkeit abgehalten, beschäftigt waren! Ich kenne Städtchen, die total verfreimaurert waren - mehr wie Großstädte -, Bayreuth zum Beispiel oder Gotha!"

Adolf Hitler - Wolfschanze 3.2.1942

1168) "Schachts größtes Verdienst war es, daß er unseren Export angekurbelt hat. Wenn es sich darum handelte zu schwindeln, war Schacht unbezahlbar! Erst wenn es darauf ankam, eine innere Haltung zu zeigen, da konnte er nicht. Ein Freimaurer hat da den anderen betrogen. Schacht ist in Opposition getreten, wie ich die Freimaurerei in Deutschland aufgelöst habe."

Adolf Hitler - 25.8.1942 im Gespräch mit Gauleiter Lauterbach

Anmerkung: Horace Greely Hjalmar Schacht (22.1.1877 - 3.6.1970) wurde am 3.6.1906 in Berlin in der Loge "Urania zur Unsterblichkeit" als Freimaurer aufgenommen. Er war Bankier, Währungspolitiker, Reichswährungskommissar, Reichsbankspräsident und Reichsminister (1934 - 1945). Im Nürnberger Prozeß - in dem er freigesprochen wurde - erklärte er, kein Jude wäre umgekommen, wenn das Ausland sich auf seine Pläne eingelassen hätte.

1169) "Es ist wahr, daß ich Beziehungen zu einer Freimaurerloge gehabt habe. Als blutjunger Mensch liebte ich die muntere Tochter eines müden Nachtwächters. Wir trafen uns abends unter einem Glasdache, das die Zufahrt hinter dem Hause der Freimaurerloge 'Zur Zwietracht und Wankelmütigkeit' schützte. Intimere Beziehungen zur Freimaurerei hatte ich bisher nicht."

Philipp Scheidemann - sozialdemokratischer Politiker und 1919 Reichskanzler im "Sozialdemokrat" vom 10.4.1926. Scheidemanns berühmteste Tat war die Ausrufung der Republik am 9.11.1918.

1170) "Wenn ich bisher geglaubt habe, daß sie aus staatspolitischen Gründen abzulehnen ist, so bin ich jetzt überzeugt, die Freimaurerei müsse polizeiwidriger Dummheit wegen verboten werden."

Ernst Pöhner - während der Weimarer Republik zeitweise Polizeipräsident von München. Eintrag in das Gästebuch einer Freimaurerloge, in die er zusammen mit Erich Ludendorff und Hitler eingeladen war. Hitler folgte der Einladung nicht.

1171) "Lehrt eure Kinder nicht, was Gut und Böse ist. Lehrt sie zu erkennen, wann das Gute beginnt, böse zu werden."

James Krüss

1172) "Mit nahezu Dreiviertelmehrheit (72,8 %) haben sich die Schweizer Wähler für die Verschärfung des Ausländerrechts ausgesprochen."

Lübecker Nachrichten vom 6.12.1994

1173) "Jahr für Jahr holt sich der Lübecker Senat bei der Kieler Landesregierung blutige Nasen für einen Haushalt, der so solide steht wie ein Kartenhaus."

Lübecker Nachrichten im Oktober 1994

1174) Miss Sophies Liebhaber: J. P. M. Pommeroy, französischer Professor für Malerei und Sophies erster Liebhaber hat das hübsche Mädchen auf Leinwand gebannt. Sein Nachfolger, Admiral von Schneider hat nie einen Fuß auf ein Kriegsschiff gesetzt, sondern den Titel als Laiendarsteller erworben. Den rundlichen Mr. Winterbottom hat ein Hühnerbein im Hals kurz vor der Hochzeit mit Sophie dahingerafft. Und Sir Toby ist angeblich ein wegen zuviel Sherry zwangspensionierter Scotland-Yard-Ermittler.

Lübecker Nachrichten vom 31.12.1993 unter Hinweis auf das Buch von Helmut Grömmer

1175) "Die deutsche Luftwaffe hat weder in Warschau, Rotterdam noch Coventry geplant und gezielt die Zivilbevölkerung dieser Städte angegriffen. Die Angriffe auf diese Städte ... galten militärischen und Versorgungs-einrichtungen. Abgesehen von der Tatsache, daß die bei diesen Angriffen eingesetzten Luftstreitkräfte und die Menge und die Art der abgeworfenen Bomben gar keinen Vergleich mit denen der Alliierten zulassen, gibt es an dem erklärten Ziel der Herren Harris und Churchill, ausschließlich Luftkrieg in großem Stil gegen die deutsche Zivilbevölkerung zu führen, keinen Zweifel."

Günter Schorn im LN-Leserbrief vom 1.8.1993

1176) "Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt."

Ernst Reuter - Regierender Bürgermeister von Berlin am 9.9.1948 angesichts der drohenden Spaltung Berlins

1177) "Die Ärzte standen vor einem Rätsel. Der jordanische Geheimdienst aber nicht - er ahnte, was Meshal widerfahren war. Doch erst als König Hussein am Telefon Netanyahu beschied, er werde die Mossad-Agenten vor Gericht stellen und öffentlich hängen lassen, ließ der israelische Ministerpräsident das Gegenmittel für Meshal nach Amman bringen."

Mira Avrech / Stefanie Rosenkranz in STERN 43 / 1997 /227

1178) "Scheint aus allen Wolken gefallen zu sein, dieser Rebell von Augsburg, der Schach und Laute spielt und Verse schreibt über Dirnen und Wasserleichen. ... Wedekind ist Brechts Idol, sein literarisches Vorbild. Und er liebt Villon, natürlich, und Rimbaud, Verlaine auch und Büchner. Alles Outlaws, Ausgeflippte, die hart am Zeitgeist vorbeisegeln, an Prüderie und Pflichterfüllung, und Kurs nehmen auf Liebe Freiheit und Genuß."

STERN 43 / 1997 / 104 ("Brecht war wie Gulliver, und wir waren die Zwerge")

1179) "Vor kurzem lüftete ein Bonner Wissenschaftler ein Geheimnis: Willy Brandt stiftete einen Teil der Preissumme für den ihm 1971 verliehenen Friedensnobelpreis für die Renovierung der Synagoge in Venedig. Der Ex-Kanzler hatte verfügt, daß dies erst nach seinem Tod bekannt werden dürfe."

Lübecker Nachrichten vom 8.10.1997

1180) "Ich behandle meine Frau wie eine Angestellte, die ich nicht entlassen kann. Ich habe mein eigenes Schlafzimmer und vermeide es, mit ihr allein zu sein."

Albert Einstein (LN vom 10.11.1996)

1181) "Nach Angaben des Nachrichtenmagazins 'Focus' wird Werner Mauss unterdessen von Zeugen in Kolumbien auch des Drogen- und Waffenschmuggels bezichtigt. Ihm werde vorgeworfen, seit 1990 mit Schnellbooten illegal Waffen von Panama nach Kolumbien geschmuggelt zu haben. ... Geheimdienstkoordinator Bernd Schmisbauer (CDU) bleibt wegen der Zusammenarbeit mit Mauss weiter in der Kritik."

Lübecker Nachrichten vom 8.12.1996

1182) "53 % der (britischen) Schüler, die weder Deutschland kennen, noch die Sprache beherrschen, halten Deutsche für nationalistisch, 51 % betrachten sie als arrogant und 45 % als aggressiv. ... Ein völlig anderes Bild ergab sich dagegen bei britischen und irischen Schülern, die schon mal in Deutschland waren oder die Sprache lernen. Von ihnen sagten drei Viertel, sie würden die Deutschen mögen."

Lübecker Nachrichten vom 20.11.1996

1183) "Die Deutschen gehen davon aus, daß sie auf die Unterstützung des Herzogpaares bauen können. Vor allem die Herzogin will um jeden Preis Königin werden."

1184) "Die Windsors muß man als Fünfte Kolonne bezeichnen. Sie werfen der Regierung vor, Frankreich in einen Krieg gezwungen zu haben, den es gar nicht wollte und feiern die französische Kapitulation als einzig richtige Maßnahme."

Agentenberichte über die politischen Ansichten und Ambitionen des Herzogpaares Winsor (Edward VIII. und Wallis Simpson)

1185) Deutschland leidet an einer geistigen Ödnis. Diese verzweifelte und Verzweiflung auslösende Erscheinung verbirgt sich im Westen des Landes hinter den prunkvollen Fassaden des Wohlstandes. Die Verbindung des Nihilismus mit dem Konsum bildet das eigentliche Drama Deutschlands, das die Zukunft Europas belastet.

Kardinal Jean-Marie Lustiger - Erzbischof von Paris (LN vom 14.12.1996)

1186) Der frühere italienische Sotialistenchef Bettino Craxi ist in Abwesenheit zu acht Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der 62jährige sei laut Gericht der "Herr des Schmiergeldsystems" beim Bau der Mailänder Metro gewesen.

Lübecker Nachrichten vom 18.4.1996

1187) Das Bundesverfassungsgericht hat es abgelehnt, zwei angeblichen Rechtsextremisten wichtige politische Grundrechte zu entziehen. Entsprechende Anträge der Bundesregierung von 1992 gegen Thomas Dienel und Heinz Reiß waren offensichtlich nicht hinreichend begründet.

Lübecker Nachrichten vom 31.7.1996

1188) "Die Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland können es sich nicht länger leisten, in ergebnislosen Ritualen zu erstarren."

Bundespräsident Roman Herzog in LN vom 21.7.1996

1189) "Heide Simonis stempelte die Grünen als prinzipienlos ab. Einerseits liefen sie Sturm gegen die A 20, andererseits verkündeten sie, daß die Autobahn kein Hindernis für ein rot-grünes Regierungsbündnis sein solle, 'wohlwissend, daß die SPD nie und niemals die A 20 aufgeben wird'. Für die Regierungschefin ist das der Beleg, daß der Umweltpartei Posten wichtiger als Prinzipien."

Lübecker Nachrichten vom 9.1.1996

Anmerkung: Nach der Wahl galt für Heide Simonis das alte Kohl-Zitat - "Was schert mich mein Geschwätz von gestern!"

1190) "Aus einem verzagten Arsch kommt kein fröhlicher Furz."

Martin Luther

1191) Thomas Mann hatte in Erich Mühsam eine unterdrückte Seite seines eigenen Ichs entdeckt. Der staatstragende Ruhm, den Thomas Mann elegant verkörperte, verdeckte das provokant Antibürgerliche in ihm mehr und mehr. Insgeheim wäre er gern ein Stückchen mehr Mühsam gewesen. Weil er das nicht konnte, habe er Mühsam als "radikalen Schreier" beschimpft und damit im Grunde sich selbst gemeint und seine eigene Unzulänglichkeit übertönt.

Chris Hirte - Berliner Literaturwissenschaftler (LN vom 8.10.1995)

1192) "Mehr als jeder zweite der 9256 Tatverdächtigen im Bereich der Organisierten Kriminalität in Deutschland war ein Ausländer."

Lübecker Nachrichten vom 1.8.1995 über die BKA-Statistik 1994

1193) "Eine unkontrollierte Zuwanderung von verschiedenen Kulturen führt zu einer Multi-Konflikt-Gesellschaft."

Heinrich Lummer - ehemaliger Berliner Innensenator (CDU) LN v. 2.8.1995

1194) "Nach Angaben von Verfassungsschützern sind unter den rund 500.000 Kurden in Deutschland etwa 6.000 PKK-Mitglieder."

Lübecker Nachrichten vom 2.8.1995

1195) "Hafenkapitän Henning Redlich (53) wird (von seinem Arbeitgeber - der Hansestadt Lübeck) vorgeworfen, im Zusammenhang mit dem Film 'Holocaust' gesagt zu haben: 'So viele fette Juden kann es gar nicht gegeben haben, wie die umgebracht haben sollen'."

Lübecker Nachrichten vom 3.8.1995

1196) Springer-Großaktionär Leo Kirch verlangte vergeblich die Entlassung des "Welt"-Chefredakteurs Thomas Löffelholz, weil dieser einen Gastkommentar des früheren Braunschweiger Oberlandesgerichtspräsidenten Rudolf Wassermann veröffeltlicht hatte, in dem dieser das Kruzifix-Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus rechtlichen Gründen gutgeheißen hatte.

Lübecker Nachrichten vom 15.8.1995

Anmerkung: Sowohl bei Helmut Kohl, als auch bei Leo Kirch erhält der Glaube an die letztendliche Gerechtigkeit des Schicksals Auftrieb. Kohls Sauereien und Dümmlichkeiten sind Legion und bedürfen hier keiner Ausbreitung. Kirchs Interventionen gegen Dr. Richter und T. Löffelholz haben in dem krachenden Zusammenbruch seines Imperiums eine angemessene Kompensation erfahren.

1197) "Wer ein solch menschenverachtendes Instrument wie die Treuhand ins Leben ruft, muß sich nicht wundern, wenn darauf terroristisch reagiert wird. ... Rohwedder mußte die Drecksarbeit machen, die der Kanzler ihm zugeschoben hat. Damit geriet er ins Schußfeld."

Günter Grass in einem STERN-Interview (LN vom 18.8.1995)

1198) Reich-Ranickis Art der Rezension ist eine "literarische Neuauflage des Führerprinzips. ... Diese Kampagne ist höchstens zu 30 % literarisch. Der Rest ist Politik".

Harry Mulisch - niederländischer Bestseller-Autor im Zusammenhang des Verrisses von Grass' "Ein weites Feld"

1199) "Man sollte sich daran erinnern, daß einst auch Nobelpreisträger Heinrich Böll für seinen meisterhaften Roman 'Ansichten eines Clowns' niedergemacht wurde. Und wer war der Kritiker? Marcel Reich-Ranicki."

Sydsvenskan - schwedische Zeitung (LN vom 30.8.1995)

1200) Das Buch ('Ein weites Feld') ist ein "großartiger Roman mit langem Atem, voller überraschender Einfälle, grotesker Scherze und spöttischer Überlegungen über das deutsche Schicksal der letzten 150 Jahre."

Adam Krzeminski - Deutschlandspezialist der polnischen Wochenzeitschrift "Polityka" (LN vom 30.8.1995)



http://www.luebeck-kunterbunt.de/Zitate/Zitate.htm


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